Gone Girl: Das perfekte Opfer

Gone Girl: Das perfekte Opfer - Gillian Flynn, Christiane Paul, Matthias Koeberlin, Argon Verlag Inhalt:

Ausgerechnet am Morgen des fünften Hochzeitstages verschwindet Nicks Frau Amy spurlos. Nick wird für Öffentlichkeit und Polizei schnell zum Hauptverdächtigen. Dieser schwört dennoch unschuldig zu sein.

Aber was geschah wirklich mit Amy?

Meinung:

Lange Zeit habe ich einen weiten Bogen um “Gone Girl – Das perfekte Opfer” von Gillian Flynn gemacht, weil mich das liebe Lob skeptisch machte. Ich rechnete nicht damit , dass es halten kann, was es spricht.

Jetzt bin ich froh, dass ich diesem Hörbuch schließlich doch noch eine Chance gab. So durfte ich einen spannungsreichen, nervenaufreibenden, intelligenten und originellen Ehethriller entgangen.

Gillian Flynn serviert Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. Die Geschichte entpuppt sich schnell zum aufreibenden Nervenkrieg für Leser bzw. Zuhörer.
Welche Rolle spielte Nick beim Verschwinden seiner Frau? Immer wieder entdeckt man Hinweise, die mal für und mal gegen ihn sprechen. "Gone Girl - Das perfekte Opfer" wird so zum Verwirrspiel mit dem Leser bzw. Zuhörer.

Immer dann, wenn es besonders spannend ist, wechselt Flynn die Perspektive. Die Lösung wird weiter hinausgezögert. Das (Hör-) Buch entwickelt so einen Sog, dem man sich nur sehr entziehen kann oder will.

Gleich zwei Mal setzt Gillian Flynn diesem Verwirrspiel die Krone auf und beweist, wie sehr sie Leser bzw. Zuhörer zum Narren halten und manipulieren kann. Diese Wendepunkte kommen so plötzlich, dass man das Ausmaß zunächst gar nicht ganz begreift. Was man aber weiß ist, dass man nicht aufhören kann bzw. will. Nicht ohne den Grund erfahren zu haben.

“Gone Girl – Das perfekte Opfer” von Gillian Flynn ist tatsächlich der meisterhafte Thriller, als der das (Hör-) Buch immer dargestellt wird. Es ist an Nervenkitzel, Spannung und Überraschungsmomenten kaum zu überbieten.

Sprecher:

Nick Dunn und seine Frau Amy kommen jeweils abwechselnd zu Wort. Dabei berichtete Nick über die aktuellen Ereignisse, während von Amy Tagebucheinträge eingeflochten werden.

Besonders schön fand ich an dem Hörbuch, dass es verschiedene Sprecher für beide Perspektiven gab:
Christiane Paul spricht Amy. Matthias Koeberlin liest Nick. Dies macht es stimmig und erleichtert dem Zuhörer einen Wiedereinstieg in die Geschichte.

Ich fand Matthias Koeberlin als Sprecher etwas besser als Christiane Paul. Koeberlin setzte seine Stimme gezielt ein und las die wörtliche Rede verschiedener Charaktere jeweils mit anderer Stimme. So wusste man immer, wer gerade sprach.

(Mehr Rezensionen auf meinem Blog: www.Kerstin-Scheuer.de)